In ihrem weltweit einmaligen Forschungszentrum in den USA treibt die Sonova Gruppe die Entwicklung von innovativen Hörlösungen erfolgreich voran. Hier erforschen Audiologen die Wirksamkeit aller Hörtechnologien in genau dem Hörumfeld, in dem die entsprechenden Geräte verwendet werden.
Die unmittelbare Wirkung technologischer Errungenschaften im Bereich Audiologie zeigt sich häufig in den tiefen Emotionen vieler Anwender: Nachdem der 23-jährige Amerikaner Austin C. aus Kalifornien seine Hörgeräte erhalten hatte, war er zum ersten Mal in der Lage, Musik zu hören. „Als ich Mozarts ‚Lacrimosa‘ hörte, war ich von der Schönheit dieser Musik überwältigt – als ob Engel singen würden. Und ich merkte, wie mir die Tränen übers Gesicht liefen. Zum ersten Mal im Leben fühlte ich die Kraft der Musik.“
Als ich Mozarts ‚Lacrimosa‘ hörte, war ich von der Schönheit dieser Musik überwältigt – als ob Engel singen würden. Und ich merkte, wie mir die Tränen übers Gesicht liefen. Zum ersten Mal im Leben fühlte ich die Kraft der Musik.
Es sind Momente wie diese, die Sonova antreiben, stets Grenzen zu überschreiten, um die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit Hörverlust noch besser zu erfüllen. Mit diesem Ziel vor Augen eröffnete Sonova vor Kurzem das Phonak Audiology Research Center (PARC), ein weltweit einmaliges Forschungszentrum. Hier sollen die Grenzen der Technologie neu ausgelotet werden, um technologische Initiativen durch wissenschaftliche Nachweise noch besser zu unterstützen.
Als Standort für das Forschungszentrum wurde gezielt die USA ausgewählt. Das Land ist der weltweit grösste Hörgerätemarkt, und die Versorgung kann noch erheblich ausgebaut werden – eine ideale Chance für ein innovatives Unternehmen wie Sonova. Dem National Institute on Deafness and Other Communication Disorders zufolge sind über 35 Millionen Amerikaner von Hörverlust betroffen, doch nur 25 Prozent von ihnen nutzen bereits ein Hörgerät. Mehr als drei Millionen Hörgeräte werden in den USA jährlich verkauft. Hinzu kommt, dass in den USA täglich nicht weniger als 10’000 Menschen ihren 65. Geburtstag feiern – ein Trend, der die nächsten 18 Jahre anhalten wird.
Das hochmoderne Forschungszentrum, knapp 50 Kilometer ausserhalb von Chicago gelegen, arbeitet eng mit Kliniken und wissenschaftlichen Instituten zusammen und unterscheidet sich von allen anderen Forschungseinrichtungen im Bereich der Audiologie. Hier treffen in einem sogenannten „Listening Loft“ wissenschaftliche Theorie und Praxis aufeinander: Hörgeräte werden unter realistischen Hörbedingungen getestet und weiterentwickelt. „Mit unserer Arbeit hier im PARC stellen wir nicht nur sicher, dass ein Produkt so funktioniert, wie es sollte. Wir wollen wissen, wie es die Lebensqualität der Nutzer verbessern kann“, sagt Christine Jones, Director of the Phonak Audiology Research Center.
In dem Listening Loft wurden ein Wohnzimmer und ein Esszimmer mit angrenzender Küche eingerichtet. Alle Räume sind mit einem kabellosen Lautsprechersystem ausgestattet, um Geräuschszenarien aus dem Alltag zu simulieren. So kann der Raum beispielsweise in eine Partyumgebung verwandelt werden, in der Musik sich mit dem Klappern von Geschirr und Stimmengewirr mischt. In einem anderen Szenario läuft im Wohnzimmer der Fernseher und in der Küche die Geschirrspülmaschine, während mehrere Menschen sich unterhalten und ein anderer aus dem Nebenzimmer ruft. Die Räume sind anpassungsfähig und schallhart, damit Forscher die Wirksamkeit von Hörtechnologien in verschiedenen schwierigen Hörumgebungen beurteilen können. In dem hochmodernen Zentrum geht es um viele verschiedene Technologien, darunter EchoBlock, AutoSense OS und technische Hörhilfen wie Roger-Systeme.
„Es gab noch nie so viele Möglichkeiten wie heute, durch Technologie wirklich eine Verbesserung im Leben der Menschen zu bewirken“, sagt Jones.
Kürzlich konnte das Forschungsteam ein perfektes Beispiel für die positiven Auswirkungen der PARC-Forschung auf einen Nutzer erleben. Eine Frau, die auf eine Cochlea-Implantation wartete, mit der ihr einseitiger Hörverlust behoben werden sollte, nahm an einer CROS II-Forschungsstudie von Phonak teil. Mit CROS II legte sie ein so hohes Sprachverstehen an den Tag, dass sie die Geräte unmittelbar im Anschluss an die Studie erwarb. Kurz danach schrieb ihre Tochter an Lori Rakita, einer forschenden Audiologin im PARC:
Meiner Mutter geht es prima. Seit sie ihre ersten Hörgeräte vor 30 Jahre erhalten hat, war sie nicht mehr so begeistert. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt sie sich wohl am Telefon und konnte ihren Mann im Auto hören. Ihre Lebensqualität hat sich deutlich verbessert und für uns alle ist es ein wirklich lebensveränderndes Ereignis.
Schwierige Hörsituationen wie die „Partyumgebung“ waren schon immer eine grosse Herausforderung für Menschen mit Hörverlust. Verständlicherweise war dies für viele Menschen oft mit sozialen Folgen verbunden: Wer sich beim Essen nicht unterhalten kann oder sein Gegenüber nicht versteht, wenn er draussen, am Telefon oder an einem lauten Arbeitsplatz ist, zieht sich schnell zurück und isoliert sich womöglich von seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen.
Das PARC umfasst noch mehrere andere Labore. „In jeder der beiden Tonkabinen haben wir ein System mit zwölf Lautsprechern angebracht, mit dem wir diffuse und komplexe Klangumfelder erzeugen können“, sagt Lori Rakita. „Wenn Forschungsteilnehmer zum Testen neuer Produkte kommen, möchten wir nicht nur ihre subjektiven Eindrücke, sondern auch ihre objektiven Sprachtestfähigkeiten in sehr komplexen und anspruchsvollen Umgebungen erfassen“, sagt sie.
Das PARC in den USA ist Bestandteil des globalen Sonova Forschungsnetzwerkes, denn die Erkenntnisse kommen weltweit zum Einsatz und fliessen innerhalb kürzester Zeit in unsere Produktentwicklung ein.
Stefan Launer, Vice President Science & Technology von Sonova, fügt hinzu: „Die eigenen Hörgeräte in diesem Umfang zu testen – das macht sonst keiner so ausgefeilt.“ Zudem können Geräte in einer sehr frühen Entwicklungsphase Tests unterzogen werden. „Wir nutzen diese Möglichkeit, um zu untersuchen, wie wir neue Innovationen nutzen können, um sie dann für alle Märkte zu optimieren. Das PARC in den USA ist Bestandteil des globalen Sonova Forschungsnetzwerkes, denn die Erkenntnisse kommen weltweit zum Einsatz und fliessen innerhalb kürzester Zeit in unsere Produktentwicklung ein.“