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Musikgenuss mit Cochlea-Implantat

Erfolgreiche Sonova Forschungskooperation: Eine Studie am Deutschen HörZentrum in Hannover zeigt, dass Anwender von Cochlea-Implantat-Systemen von Advanced Bionics mit der Phonak ComPilot Technologie Stereoeffekte deutlich besser hören können. Dadurch kann der Musikgenuss für Cochlea-Implantat-Träger erheblich gesteigert werden.


 

Rudolf Beinhauer sitzt auf einem bequemen Sessel, in seinen Händen hält er einen Tabletcomputer, der seine Eindrücke dokumentieren soll. Das helle Zimmer am Deutschen HörZentrum in Hannover ist mit mehreren Lautsprechern ausgestattet: Aus ihnen klingt abwechselnd Rock, Heavy Metal, Pop, klassische Musik, mal hört Beinhauer Gitarren von links, mal klingen Geigen von rechts. Es geht bei diesem Test nicht um Geschmacksfragen. Beinhauer ist beidseitig mit Cochlea-Implantaten versorgt und nimmt an einer wissenschaftlichen Studie teil: Kann er unterscheiden, ob ein Lied in Mono oder in Stereo aus den Lautsprechern kommt? Erhöht die Fähigkeit, zwischen Mono und Stereo unterscheiden zu können, für Implantat-Träger den Musikgenuss?


 

Die Studie hat gezeigt, dass Anwender von Cochlea-Implantaten von Advanced Bionics mit der Phonak ComPilot Technologie Stereoeffekte deutlich besser hören können. Dadurch steigert sich für viele der Musikgenuss..

Stefan Fredelake, European Research Center von Advanced Bionics<br> 

Beinhauer ist einer von 30 Probanden der Musikstudie, die von Juli 2013 bis Juni 2016 am Deutschen HörZentrum in Hannover durchgeführt wurde. «Die Ergebnisse sind sehr positiv», erklärt Projektleiter Stefan Fredelake. Er selber trägt Advanced Bionics Cochlea-Implantate und kann deshalb Design und Ergebnisse der Untersuchungen auch aus Anwendersicht überprüfen. «Die Studie hat gezeigt, dass Anwender von Cochlea-Implantaten von Advanced Bionics mit der Phonak ComPilot Technologie Stereoeffekte deutlich besser hören können. Dadurch steigert sich für viele der Musikgenuss.» Advanced Bionics geht vielfältige Wege und legt mit dem Bereich RehAB auch ein Augenmerk auf die Unterstützung von neuen Anwendern, um deren Hörvermögen zu optimieren. So bietet ein spezielles Onlinetool – die www.AB-Musikwelt.de – das direkte Kennen- und Hörenlernen von Musik an.

Die Musikstudie ist nur eines von vielen Forschungsprojekten, die das European Research Center (ERC) von Advanced Bionics in Zusammenarbeit über 30 führenden Universitäten und Kliniken europaweit durchführt. Durch einen intensiven und transparenten Dialog wird die Entwicklung von innovativen Hörlösungen unermüdlich vorangetrieben. «Gemeinsam entwickeln wir modernste Technologien. Von diesen profitieren Träger von Cochlea-Implantaten und auch Audiologen», erklärt Projektleiter Stefan Fredelake. «Ziel unserer Projekte ist immer, die Lebensqualität von Implantat-Trägern zu verbessern», fügt Fredelake hinzu.


 

«Dieses Ziel verbindet uns», sagt Andreas Büchner, der wissenschaftliche Leiter des Deutschen HörZentrums. Unter der Leitung von Klinikdirektor Thomas Lenarz arbeiten Büchner und sein Team seit zwanzig Jahren eng mit den Forschungs- und Entwicklungsteams von Advanced Bionics in den USA und Deutschland zusammen. Über die Jahre hat sich ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufgebaut. «Besonders gefällt mir, dass Advanced Bionics stets ein offenes Ohr für Ideen hat und mit Weitblick arbeitet. Es geht bei den Forschungsprojekten nicht nur um Produktzyklen.» Büchner freut sich auf die weiteren Projekte mit dem European Research Center: «Themen gibt es viele, etwa in der Kombination von Hörgerät und Cochlea-Implantat. Wir profitieren hierbei von den Synergien, die sich bei Advanced Bionics und Phonak unter dem Dach der Sonova Gruppe ergeben.» 

Besonders gefällt mir, dass Advanced Bionics stets ein offenes Ohr für Ideen hat und mit Weitblick arbeitet. Es geht bei den Forschungsprojekten nicht nur um Produktzyklen.

Andreas Büchner, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen HörZentrums

Im Studienraum hört Rudolf Beinhauer noch immer Liedausschnitte. Der pensionierte Verfahrensingenieur ist in das Deutsche HörZentrum gekommen, weil er die Forschungen des European Research Centers unterstützen möchte. Nach einer Hirnhautentzündung hatte er vor bald zehn Jahren das Gehör vollständig verloren, konnte nur noch schriftlich oder per SMS kommunizieren: «Es ist faszinierend, was technologisch heute alles möglich ist. Manchmal frage ich mich: Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ich das Gehör zwei Jahrzehnte früher verloren hätte?» Der Ingenieur weiss, wie wichtig es in der Forschung ist, Daten zu sammeln: «Ich helfe gerne, damit die Entwicklung weiter geht. Wenn der Musikgenuss für Anwender von Cochlea-Implantaten weiter verbessert werden kann, ist das doch grossartig!»